Von der Militärfläche zur Naturoase


Am vergangenen Freitag konnten Bürgermeister Jürgen Dixius, Serrigs Ortsbürgermeisterin Vanessa Hallmanns sowie der Beigeordnete der Stadt Saarburg, Manuel Müller, die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder gemeinsam mit dem Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Wolfgang Treis, vor Ort in der Verbandsgemeinde begrüßen, wo sie das Beweidungsprojekt des NABU Rheinland-Pfalz und des Hofguts Serrig auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Schadall bei Saarburg besuchten.

Der ehemalige Standortübungsplatz Schadall ist Teil des großen europäischen Schutzgebietes „Serriger Bachtal und Leuk und Saar“, gehört zum Nationalen Naturerbe und befindet sich hoch über der Saar auf den Gemarkungen Saarburg und Serrig. Nach dem Ende der militärischen Nutzung drohte die Fläche zu verbuschen und der Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zu verschwinden.

Aus diesem Grund ging Bürgermeister Dixius bereits im Jahr 2010 auf das rheinland-pfälzische Umweltministerium zu, mit der Idee ein Beweidungsprojekt ins Leben zu rufen. Nach langjähriger Planung und mehrjähriger Durchführung wurde dieses Projekt sowie die dortige Arbeit des Hofguts nun durch die NABU-Landesvorsitzende Cosima Lindemann und den Geschäftsführer der Lebenshilfe-Werke Trier, Martin Herz, den Anwesenden aus Politik, Verwaltung und Ehrenamt vorgestellt.

Dank einer Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz von 2017 bis 2022 in Höhe von 474.000 Euro konnten auf der rund 67 Hektar großen Beweidungsfläche die notwendige Weideinfrastruktur mit Weidezaun, Unterstand, Futterraufe und Wassertränke sowie Amphibiengewässer geschaffen und damit erfolgreich Lebensräume für Weidetiere, Konikpferde, Heckrinder, Gelbbauchunke, Neuntöter und viele weitere Amphibien- und Vogelarten, Insekten, Fledermäuse und seltene Pflanzenarten gesichert werden. Bei einem Rundgang durch die Weidefläche wurden sowohl die Amphibiengewässer als auch die Weidetiere besichtigt und die Bedeutung der Fläche für die Natur vor Augen geführt.

„Die durch Beweidung entstehenden und auf Dauer gesicherten Halboffen- und Offenlandlebensräume sind wahre Hotspots der Biodiversität“, betonte Ministerin Eder beim Besuch der Projektfläche. „Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Natur- und Artenschutz, Landschaftspflege, Naherholung und vieles mehr in einem inklusiven Projekt Hand in Hand gehen können.“

Bürgermeister Dixius dankte dem Land, dem NABU, der SGD Nord sowie dem Hofgut Serrig für die Unterstützung bei Planung und Umsetzung des Projektes: „Natur und Ökologie haben hierdurch absolut gewonnen.“ Er äußerte abschließend gegenüber Umweltministerin Eder den Wunsch, nun auch den damals konzipierten Rundweg mit Aussichtsturm und Anbindung an das Hofgut Serrig sowie insbesondere eine Radwegeverbindung zwischen Saarburg und Zerf über den Standort Truppenübungsplatz realisieren zu können. Hierzu seien bereits über eine Million Euro an Investitionsmitteln im Haushalt der Verbandsgemeinde eingestellt.